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Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 23:11 Uhr

Hund und Wolf

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Immer wieder werde ich mit Ansicht konfrontiert, dass der Hund vom Wolf P3100017abstammt (was noch immer nicht wirklich bewiesen ist), schlimmer noch, dass er fast noch ein Wolf (der aus dem Märchen, der alles unterdrückende Diktator) ist. Auch im Internet stoße ich immer wieder auf diese Behauptungen, die längst durch neuere Forschungen widerlegt wurden. Dann las ich einen Fachartikel, der mich wirklich schockiert hat. Eine „Diplom Tierpsychologin“ verfasste diesen Pamphlet zum Thema „Lernverhalten“, das so viele längst überholte Thesen enthielt wie ich es lange nicht erlebt hatte. Bereits nach dem ersten Absatz musste ich folgendes lesen:

„Viele Hundebesitzer wissen nicht oder vergessen, dass sie mit ihrem Hund ein Rudeltier halten, das täglich erneut versucht seine Möglichkeiten zu erweitern, andere und bessere Ressourcen zu erlangen wie z. B. neben »Herrchen« oder »Frauchen« auf dem Sofa zu sitzen und damit eine höhere Position zu erreichen, ins Bett zu gelangen, um ein besseres Lager zu haben, vom Tisch Futter zu stehlen, da entweder der Rudelführer den Raum verlassen hat und damit dem Hund die Futterressource überlässt (nach dem »Boss« fressen die anderen den Rest) oder der Hund sich diese »bessere Ressource« auf Kosten seines Rudelführers erschließen will, zuerst durch den Engpass Tür zu gehen versucht, da Engpässe zuerst vom Rudelführer, zur Absicherung des Rudels, passiert werden.“

Ich kann dazu nur sagen, dass meine Hunde alle auf dem Bett liegen dürfen, neben uns auf dem Sofa sitzen, zuerst ihr Futter bekommen, zuerst durch die Türen gehen dürfen.... und wir niemals ein Problem mit ihnen hatten und auch niemals ein „Rangordnungsproblem“ mit ihnen bekommen werden. Diese unhaltbare These, die in dem genannten Artikel aufgestellt wurde, ist die Ursache der „Dominanz-Theorie“, die nicht nur längst überholt ist, sondern uns u. a. auch die „Kampfhundeverordnung“ einbrachte und vielen Hunden das Leben schwer macht oder es gar beendet. (Mehr zu diesem Thema in unserem Buch „Babysteps zur Harmonie“). „Toll“, dachte ich, „wieder so eine Fachfrau, die jedem Hund unterstellt, dass er die Weltherrschaft an sich reißen will.“ Doch es kam noch schlimmer. Ende des 3. Absatzes folgt dann dieses: „Kurz gesagt, die Menschen vergessen leider häufig, dass ihr Hund noch zu ungefähr 70% ein Wolf ist, auch die "kleinen niedlichen". Man sagt auch: "Der Wolf im Hundepelz" Das ist nicht nur völlig falsch (und damit meine ich nicht, dass es heißt: der "Wolf im Schafspelz") – ich frage mich, woher sie diese „Weisheit“ wohl hat. Und nun reichte es mir wirklich. Hier also nun die Entwicklung Wolf – Hund nach neueren Erkenntnissen (unterstrichen durch die Forschungsarbeit von Dr. Adam Miklosi (hier geht es zu einem entsprechenden Artikel Klick:) Die Herkunft des Wolfs lässt sich durch entsprechende Funde etwa 60 Millionen Jahre zurückverfolgen. Zu dieser Zeit jagte ein kleines, wieselähnliches Raubtier durch die Wälder der Erde. Sein Name war Miacis. Es gilt als Vorfahre des aller Hundeartigen, obwohl es noch gar nicht so aussah. Sein Körper war lang mit kurzen Beinchen und einem langen Schwanz. Miacis besaß bereits ein ausgeprägtes Fleischfressergebiß. Die Funde ergaben zudem, dass es sich wie ein Bär auf den Fußsohlen fortbewegt hatte. Dadurch erlangte man schließlich zur Erkenntnis, dass noch viele andere Tierfamilien von jenem Tier abstammten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus Miacis nämlich auch die Katzenartigen, Hyänen, Marderartigen, Waschbären, Schleichkatzen und Bären. Ist nun der Hund nicht auch mit dem Bären verwandt und sogar mit den Katzen? Es geht noch weiter: Vor ca. 15 Millionen Jahren tauchte ein neues Tier auf der Erde auf, Tomarctus. Es sah dem heutigen Wolf schon viel ähnlicher. Die Läufe waren länger, die Pfoten kompakter, der Kiefer hatte sich verlängert und es besaß ein viel größeres Gehirn als Miacis. Auch seine Lebensweise glich schon recht stark den heutigen Wildhunden und Wölfen. Aus Tomarctus entwickelten sich schließlich alle Hundeartigen (Canidae). Das bedeutet also, dass Hund und Wolf zwar verwandt sind, jedoch nicht voneinander abstammen, wie es häufig in hoffnungslos veraltetet Lehren behauptet wird. Noch ein bisschen Historie: Durch schrittweise Anpassung entstanden aus diesem Vorfahren die 36 heute lebenden Arten aus der Hundefamilie. Neben den "Echten Hunden", zu denen auch der Wolf zählt, gehören auch Marderhunde, Mähnenwölfe, Wildhunde und Füchse zu dieser Familie. Erwiesen und bewiesen ist also, dass Hunde und Wölfe nahe Verwandte sind und dass Hunde seit über 10.000 Jahren eine eigene Gattung bilden. Hunde haben also 10.000 Jahre Domestikation hinter sich, sind genetisch völlig verändert worden (vergleiche Wolf und Chihuahua) und da wird dann behauptet, der Hunde habe 70% Wolf in sich???? Man muss jedoch das Ganze auch mal etwas weiter denken: Durch Selektion und genetische Veränderung ist der Hund im Normalfall kein Rudeltier mehr. Hunde werden seit Tausenden von Jahren im Alter von 8 – 9 Wochen von ihren Müttern getrennt, die in der Regel auch nicht im Rudel leben und vorwiegend als Einzelhunde gehalten. Der Mensch ist kein Raubtier, kein Hund und somit auch kein Rudel-Ersatz. Das muss sich jeder Hundehalter vor Augen führen. Wenn im Hund noch 70 % Wolf wären, dann sind im Menschen (dessen Entwicklungsgeschichte ähnlich verlief) noch 70 % Affe.... (den Gedanken mag jeder für sich weiter spinnen....)

Zuletzt geändert am: Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 23:37 Uhr
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94389 Kommentar(e)

  • Kommentar Link dekleblood Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:58 Uhr Gepostet von dekleblood

    time new american

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  • Kommentar Link rozjoshu Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:58 Uhr Gepostet von rozjoshu

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  • Kommentar Link audriacolb Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:58 Uhr Gepostet von audriacolb

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  • Kommentar Link brickmanod Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:53 Uhr Gepostet von brickmanod

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  • Kommentar Link ramzeydown Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:53 Uhr Gepostet von ramzeydown

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  • Kommentar Link briaunaqui Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:53 Uhr Gepostet von briaunaqui

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  • Kommentar Link seldenthom Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:46 Uhr Gepostet von seldenthom

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  • Kommentar Link hallhughe Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:46 Uhr Gepostet von hallhughe

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  • Kommentar Link braedenpol Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:46 Uhr Gepostet von braedenpol

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  • Kommentar Link shanikahav Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 21:38 Uhr Gepostet von shanikahav

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